Immer wieder wird der Linkspartei Antisemitismus vorgeworfen. Nun wollen die Parteichefs dies nicht länger dulden - und haben einen Antrag für den Bundesparteitag im Juni vorgelegt. Das Papier liegt dem ARD-Hauptstadtstudio vor. Von Alexander Budweg.
Ich glaube dieser westliche Fetischismus mit Israel hat zwei Ursachen: Geopolitik und Antisemitismus.
Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs und des Holocausts war ja auch in allen anderen industrialisierten Ländern neben Deutschland Antisemitismus in Mode (ja schon seit Jahrhunderten). Fliehende jüdische Menschen wollte ja niemand haben.
Also hat man die alte Idee der “Remigration” (klingt erstaunlich bekannt) ausgepackt. Selbst die Nazis wollten ja ursprünglich jüdische Menschen random nach Madagaskar “remigrieren”, bevor ihnen aufgefallen ist, dass Völkermord billiger und einfacher ist.
Nach dem zweiten Weltkrieg wehte der Wind günstig und man hat den jüdischen Staat halt in alte Kolonien gesetzt, die sich nicht wehren konnten. Problem solved. “Hoffentlich gehen alle jüdischen Menschen schnell da hin, damit wir sie los sind.” so ungefähr wird man gedacht haben.
Ich habe ja sowieso nie verstanden, warum man einen jüdischen Staat als Refugium nicht nach Mitteleuropa gesetzt hat. Israel ist ungefähr so groß wie Sachsen-Anhalt, und es wäre ja nun irgendwie einfacher zu rechtfertigen gewesen das Territorium von Deutschland abzuzwacken als den Palästinensern, die nichts mit dem Holocaust zu tun hatten.
Aber die Antwort darauf? Antisemitismus. Natürlich wollte niemand einen jüdischen Staat vor der Haustür ¯\_(ツ)_/¯.
Sorry aber der Kommentar stimmt geschichtlich einfach nicht.
Israel befindet sich im heutigen Palästina, weil dass die Vision von Theodor Herzl war. Der neue jüdische Staat sollte an dem Ort entstehen, den die Tora als historische Heimat des Judentums beschrieb. Dass dort in ihrer Abwesendheit mittlerweile ein anderes Volk lebt, hat Herzl nicht gestört, weil er ein totaler Optimist war, der davon ausging dass im neuen Staat alle glücklich zusammen leben können.
Palästina wurde den frühen Zionisten nicht “aufgezwungen”, die wollten da unbedingt hin.
Ja, schon. Das ist das heilige Land. Aber meinst du, wenn das heilige Land zufällig in Südfrankreich gelegen hätte, hätte man Israel 1949 dort gegründet? Und den Franzosen gesagt “deal with it”?
Es musste ja zusammenkommen, dass “der Westen” die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über diese Gebiete hat.
Ihr beide könnt Euch ja mal mit historischen Darstellungen der jüdischen Immigration ab dem späten 19. Jahrhundert befassen, um Euren Blödsinn gegenseitig qualifizierter als solchen zu denunzieren.