Ich habe nie investiert, nie BWL studiert, war nie besonders gut in Mathe.
Ja, ich habe Souverän investieren für Einsteiger von Gerd Kommer gelesen, ja, der beste Zeitpunkt zum Investieren war vor 10 oder 15 Jahren; der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt, ja, time in the market beats timing the market, ja, Angst ist nicht rational, aber so mächtig.
Mein Ziel ist es, im Ruhestand nicht in Armut zu geraten, meine gesetzliche Rente aufzubessern und dank des Zinseszinseffekt mein Geld für mich arbeiten lassen.
ETF: globale Vanguard ETF mit geringer TER (0.12%), physisch, thesaurierend
Ich sollte also mutig sein, denn ich keine 20 mehr bin, sondern 40, aber ich habe trotzdem Angst. Wovor genau? Das Geld zu verlieren.
Ich kann eine einmalige Investition von bis zu 95K tätigen. Würde ich diesen gesamten Betrag anlegen, hätte ich immer noch ein Polster von sechs Monaten für Notfälle. Dank meines unbefristeten Arbeitsvertrags könnte ich außerdem bis zu 2.500 pro Monat bis zu meiner Rente anlegen und hätte trotzdem noch Geld für regelmäßige Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung, Transport usw.
Ich bin blockiert.
Neobroker wäre scalable capital btw.

Kleiner Hinweis: Du kannst im Notfall auch einen ETF sehr schnell verkaufen. Setzt du eine Verkaufsorder, ist das Ding innerhalb von Sekunden verkauft. Dein Broker sollte dir den Erlös auch zeitnah auszahlen können, mit den Echtzeitüberweisungen sollte das innerhalb von Sekunden gehen. Wenn du einen Notfall hast, kommst du also zeitnah an Geld.
Der Punkt dahinter ist ein anderer: Es kann passieren, dass Börsen hoch und runter gehen. Wenn du dir den Verlauf der letzten Jahre mal anschaust: Da gab es zu Beginn von Covid einen gewaltigen Crash. Und die Chancen, dass du da einen beruflichen Notfall hattest, waren auch groß. Wenn du also da verkaufen hättest müssen, hättest du einen gewissen Verlust gemacht.
dann fallen Gebühren an. Ich finde es besser, keine Gebühren zahen müssen.
ETA: Kombinierst du mehr als einen ETF in deinem Portfolio? Ich weiß nicht, ob es Unsinn ist, mehr als einen ETF zu haben; mache ich mir das Investieren damit unnötig kompliziert?
Lass uns das mal aufdröseln. Ein ETF ist zuerst einmal ein Fonds, der einen bestimmten Index abbildet. Dieser Index besteht in den meisten Fällen einfach aus Aktien bestimmter Firmen. Ein ETF, der den DAX abbildet, kauft einfach Aktien der im DAX gelisteten Firmen entsprechend ihrer dortigen Werte und Verteilungen. Damit bildest du dann den deutschen Aktienmarkt entsprechend ab. Die beliebten MSCI World Indexe bilden die 1000 größten Firmen weltweit ab und bieten damit eine erstaunlich gute Darstellung der weltweiten Wirtschaftsentwicklung. Die Grundidee dahinter ist, dass du so auch dein Risiko deutlich minimierst. Selbst wenn Fälle wie Wirecard passieren, bist du da nur zu einem kleinen Teil investiert. Du musst dich auch nicht darum kümmern, irgendwelche Aktien von random Firmen, die du nicht kennst, zu kaufen, sondern kaufst einfach den ETF und gut ist.
Hier macht es aber natürlich Sinn, sich zu informieren. Es gibt auch ETFs, die irgendwelche komischen Indizes abbilden. Dort gibt es auch sehr viele Scams und Schmu, weil es natürlich total easy ist, ein GreenTech ETF mit irgendwelchen Firmen aus dem angeblichen Zukunftssektor GreenTech zu erstellen oder einen KI-ETF mit den schlimmsten Bubble-Firmen.
Es ist auch so, dass der MSCI World eine erstaunliche USA-Lastigkeit hat. Das bildet zwar die entsprechende Entwicklung der Aktienmärkte ab. Aber gleichzeitig sind die USA unter Trump natürlich doch ein etwas wackeliges Pflaster und auch dort ist die KI-Blase ausgeprägt. Es könnte daher auch Sinn machen, auf einen Index zu gehen, der zum Beispiel Europa abbildet oder die Emerging Markets. Aber auch das hat natürlich in der aktuellen Krisenlage gewisse Probleme. Wie du es machen willst, ist im Endeffekt eine Frage deiner persönlichen geopolitischen Einschätzung. Aber es lohnt sich, bevor du das tust, dich zu informieren, was ein ETF überhaupt ist. Und was dieser genau abbildet.