• NecroticEuphoria@lemmy.ml
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    ·
    3 days ago

    Früher war alles besser, außer du warst weiblich, queer, trans oder nicht weiß.

    Ich mache mal eine freche Annahme, was davon die Person, die den Instagram-Account “Westkult” betreibt, nicht ist.

    • Latschenkiefer@feddit.org
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      ·
      3 days ago

      Ich sehe schon hin und wieder auch solche Personen, die die Vergangenheit oder irgendwelche Regime verherrlichen, obwohl sie wenn sie denn dort leben müssten darunter leiden würden.

      Siehe zum Beispiel Inder die Hitler cool finden oder Transpersonen die glauben das Nordkorea ein tolerantes Land ist.

    • Ooops@feddit.org
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      3
      ·
      3 days ago

      außer du warst weiblich, queer, trans oder nicht weiß.

      Auch dann nicht. Es war nur nicht soviel schlechter als für andere Personengruppen.

  • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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    11
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    3 days ago

    Im Rückblick sei die alte Bundesrepublik “das verlorene Auenland, eine Insel des kleinen Wohlstands und der Stabilität”, analysiert der Psychologe Stephan Grünewald, Leiter des Kölner Rheingold-Instituts und Autor des Buchs “Wir Krisenakrobaten”. Das Auenland ist in dem Fantasy-Zyklus “Der Herr der Ringe” die friedliche und wohlhabende Heimat der Hobbits.

    Und deswegen ist “Die Säuberung des Auenlandes” ein wichtiger, sogar zentraler Teil der Geschichte und ich finde es bis heute tragisch, dass PJ keinen Weg gefunden hat, das Kapitel noch in den Film einzubauen.
    Darin geht es nämlich darum, dass nichts, nicht einmal das Auenland, dauerhaft unversehrt und in einem bestimmten Zustand konserviert bleibt, sondern auch die sichere Heimat (die das Auenland darstellt) sich ändert und entwickeln muss.
    Auch wenn Tolkien damit vor allem seine Erfahrungen der Heimkehr aus dem Krieg verarbeitet hat, ist die Botschaft der Geschichte doch auch auf andere Ereignisse anwendbar.

  • Aniki@feddit.org
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    3 days ago

    Man konnte […] daran glauben, dass 1949 in Westdeutschland ein System geschaffen worden war, das in alle Ewigkeit Bestand haben würde."

    Doch genau dieser Glaube ist nun gründlich erschüttert. “Es gibt die Krise des transatlantischen Verhältnisses, und gleichzeitig brechen Industriearbeitsplätze massenhaft weg”, so Hoyer. “Das ganze deutsche Wirtschaftssystem steht auf dem Prüfstand. Und niemand weiß so richtig, wie man das umbauen kann. Das trifft die Gesellschaft bis ins Mark.” Augstein drückt es so aus: “Die Westdeutschen müssen derzeit zusehen, wie die Welt, die sie kannten, zerbricht und zerbröselt.”

    Weiter unten im Artikel:

    Aus Sicht des Psychologen Grünewald ist der entscheidende Punkt, dass dem heutigen Deutschland eine überzeugende Zukunftserzählung fehle. “Der Blick in die Zukunft ist nur noch mit diffusen Verlustängsten verbunden, und das Vakuum, das dadurch entsteht, führt zu einer Glorifizierung und Überhöhung der Vergangenheit.”

    Aufgabe der Politik wäre es, eine positive Perspektive vorzugeben. "Wir brauchen wieder ein Ziel, eine Richtung: Da wollen wir hin […]

    • einkorn@feddit.org
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      8
      ·
      3 days ago

      Aus Sicht des Psychologen Grünewald ist der entscheidende Punkt, dass dem heutigen Deutschland eine überzeugende Zukunftserzählung fehle.

      Dafür bräuchte es etwas, dass diese Erzählung angesichts von so Sachen wie Gaskrise, Klimawandel und Arbeitsplätzeabbau glaubhaft vorantreibt. So etwas wie eine florierende Solarbranche. Nur wer hat die abgesägt? Genau dieselbe Riege, die jetzt auch wieder den Status Quo zementieren will. Die haben einfach nichts zukunftsweisendes zu bieten.

      • rumschlumpel@feddit.org
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        3 days ago

        Würde ja schon reichen, wenn die Regierung halbwegs glaubhaft sagen würde “wir packen das an”, aber stattdessen treten sie nur nach unten und machen alles noch schlimmer. Wobei die Wähler ja auch dumm genug sind, immer wieder rechte Scheiße in die Regierung zu wählen.

      • Aniki@feddit.org
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        3 days ago

        Gaskrise

        Habe das gerade heute vormittag durchgerechnet und errechnet, dass die langfristigen Preise für Wasserstoff-gas bei 10 ct/kWh liegen könnten. Rechenweg: Man nimmt an dass die Preise für Solar und Windstrom (wie derzeit) konstant bei 6 ct/kWh liegen und dann hat man ca. 30% Verluste bei der Elektrolyse und nochmal ca. 12% Verluste bei der Speicherung in unterirdischen Kavernen (Quelle Wikipedia für zweiteres).

        Nur falls das jemanden interessiert.

        Ach ja und die derzeitigen bestehenden Gasleitungen können für Wasserstoffgas ebenfalls (zumindest größtenteils) genutzt werden; Quelle Fraunhofer

  • rumschlumpel@feddit.org
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    3 days ago

    Gab damals wahrscheinlich weniger Armut und prekäre Arbeitsverhältnisse, aber allemal gab es Korruption, Umweltverschmutzung (tendenziell sogar schlimmer als heute) und Diskriminierung von Minderheiten (Homosexuelle, Ausländer usw.) und Frauen (speziell die Gesetzeslage war oft deutlich schlechter). Nur hat man wahrscheinlich weniger davon gehört, weil es damals außerhalb der etablierten Medien relativ wenige Möglichkeiten gab, sich zu informieren.

    Glaube, viele der “Westalgiker” waren damals sowieso nicht alt genug, um die ganze Scheiße mitzubekommen, oder wie der andere Kommentar schreibt halt ethnisch deutsch, hetero usw.

    Im Ernst, sexuelle Handlungen zwischen Männern waren damals wortwörtlich verboten.

    • JensSpahnpasta@feddit.org
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      3 days ago

      Die Umweltverschmutzung früher war nicht nur tendenziell sogar schlimmer als heute, sondern es ist für uns heute völlig unvorstellbar geworden, was früher passiert ist. Man merkt es manchmal, wenn ein altes Auto oder gar eine Dampflok an einem vorbeifährt, wie sehr das stinkt. Das war früher normal. Diese Braunkohledämpfe von ganzen Landstrichen, die im Winter mit Braunkohle geheizt haben, in Kombination mit den schön ungefilterten Autoabgasen des verbleiten Benzins waren auch speziell. Abwässer wurden einfach ungefiltert in die Flüsse gekippt. Giftmüll in Baggerseen verklappt.