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    8 days ago

    Die Pfründe der Beamten sind halt aber auch Teil des Anreizsystems. Wenn man sich für die Beamtenlaufbahn entscheidet dann spielt da eben auch die Pension und die Beihilfe zur Privatversicherung usw. eine Rolle. Wenn man das wegnimmt verändert man halt die Rechnung und die Entscheidung fällt dann im Zweifel auch mal anders aus. Vor allem bei jetzt Verbeamteten ist das halt doch schon durch, denn nachträglich den Leuten etwas wegnehmen was für die Entscheidung wesentlich war und auch rechtlich und vertraglich fest zugesichert wurde, das geht in einem Rechtsstaat eh nicht. Das heißt die Pfründe der Beamten stehen sowieso nur für neue Verbeamtungen/Verträge zur Disposition. Und damit würde jeder finanzielle Entlastungseffekt sowieso Jahrzehnte dauern und dazu eben auch die Neueinstellungen belasten. Es sei denn man würde ein finanziell äquivalentes Angestelltenverhältnis schaffen, wodurch dann eben die Entlastung wieder wegfällt. Die einzige bleibende Entlastung wäre vielleicht der Wegfall der doppelten Verwaltungssysteme bei Rente und Pension und GKV und PKV. Das wird aber zu wenig sein um den Durchbruch beim Auffangen der Demografie zu bringen.

    Mal abgesehen davon hat das Beamtentum halt auch ganz handfeste Nachteile, du tust so als ob das nur paradiesische Verhältnisse wären. Die Beamtenlaufbahn steht ja jedem offen aber ich nehme mal an du bist selber nicht verbeamtet und wirst dafür doch auch gute Gründe gehabt haben?

    • DrunkenPirate@feddit.org
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      7 days ago

      Mir geht es darum: Offensichtlich ist unser Sozialstaat, wie er derzeit läuft finanziell nicht tragfähig. Deshalb werden Wege gesucht das zu ändern: weniger Ausgaben oder mehr Einnahmen oder beides.

      Bei mehr Einnahmen wird auf die Menschen gezielt, die über 70.000€ im Jahr verdienen (5.850€ Brutto im Monat). Diese Leute sollen nun einen Großteil der Mehrausgaben schultern. Weil sie ja „reich“ sind.

      Beamte besitzen überdurchschnittlich viel Vermögen und sind überdurchschnittlich wohlhabend im Alter. Warum sollen Beamte nicht auch ihren Beitrag zahlen?

      https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/selbstständige-und-beamte-haben-das-meiste-vermögen/ar-AA1NMQtw

      https://die-korrespondenten.de/altersvorsorge-vermoegen-diw-beamte/

      Deine Argumente, der Staat könne daran nichts ändern, stimmt nicht. Das geht jederzeit.

      Und mich persönlich spricht das Beamtentum nichts an, da es Menschen anzieht, die einen planbaren Lebensweg vorziehen (inkl Beförderung nach Dienstalter). Mir ging es nie um Geld im Job. Und ich bin auch nicht neidisch auf deinen Beamtenjob.

      Dass ich jetzt einen fettbezahlten Job habe liegt schlicht daran, dass ich mich anstrenge, verlässlich bin und gute Ergebnisse bringe. Neben sich nicht verarschen lassen natürlich. Ich bevorzuge ein Leben, dass ich gestalten kann und nicht gestaltet werde. Das ist konträr zu Beamtendenke.

      • smokeysnilas@feddit.org
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        7 days ago

        nicht neidisch auf deinen Beamtenjob

        Ich bin überhaupt nicht Beamter, aus ähnlichen Gründen wie du. Andere Leute ertragen die Nachteile halt und das wird eben dann auch eingepreist.

        Das geht jederzeit.

        Das widerspricht halt dem Prinzip der Vertragssicherheit.

        dass ich mich anstrenge

        Die “attraktiven” Besoldungsstufen bekommt man aber auch nicht ohne Anstrengung, Unistudium + Referendariat muss man dann schon vorweisen. Anstrengungslos ist das nicht.

        • DrunkenPirate@feddit.org
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          7 days ago

          Befördert wird ein Beamter allerdings nicht nach Leistung, sondern nach Dienstalter. Das meine ich mit Anstrengung.

          Meine Gehaltsklasse habe ich nicht erreicht, weil ich älter geworden bin. Nein, sondern wegen mehreren Wohnort und Arbeitgeberwechseln. Alleine das ist schon ziemlich anstrengend.

          Und ich bekomme jetzt auch nicht mehr Geld weil ich Kinder habe oder verheiratet bin. Das ist ein leistungsloser Zuschuss, den Beamte bekommen.

          • smokeysnilas@feddit.org
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            7 days ago

            Stimmt, Beförderung nach Dienstalter und Geld für Kinder usw. gibt’s in der freien Wirtschaft bei den Arbeitgebern die nach Tarif bezahlen aber auch alles. Und das ist auch eine hart erkämpfte und erarbeitete Errungenschaft der Gewerkschaftsmitglieder. (Und Thema Kinder, schau mal wie die PKV mit Elterngeld funktioniert z.B. da stehen die Beamten deutlich schlechter da).

            Alleine das ist schon ziemlich anstrengend.

            Du musst dich halt entscheiden was du lieber willst, Ungebundenheit und Flexibilität der freien Wirtschaft oder Jobsicherheit und Beförderungsautomatismus. Wenn dir die Umzüge und die Jobwechsel zu anstrengend sind hättest du ja auch die Verbeamtung machen können. Hast du aber nicht sondern du hast dir den Weg doch bewusst so ausgesucht, dann kannst du dich auch nicht beschweren dass es für dich so anstrengend war während andere automatisch befördert wurden. Das ist dann eben Teil der Entscheidung gewesen.

            • DrunkenPirate@feddit.org
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              7 days ago

              Stimmt, Beförderung nach Dienstalter und Geld für Kinder usw. gibt’s in der freien Wirtschaft bei den Arbeitgebern die nach Tarif bezahlen aber auch alles.

              Das halte ich aber für ein Gerücht. Wo soll das bitte der Fall sein?

              Mir ist auch irgendwie unklar, warum du die Diskussion immer auf „deine Entscheidung bei der Berufswahl“ verkürzt. Es geht nicht um meine persönliche Berufswahl, sondern um die Privilegien und dessen Ausnutzen von Beamten, an die nicht rangegangen wird. Nach deiner Logik soll doch auswandern, wer nicht mit Merz zufrieden ist, denn „ist ja deine Wahl, wo du lebst“