Zu diesem Ergebnis kommen Kommunikationswissenschaftler der Universitäten Mainz und München nach Auswertung von 49 Studien. Zugleich sehen sie Verbesserungsbedarf etwa bei der Repräsentanz gesellschaftlicher Gruppen. So erhielten etwa „einfache Bürgerinnen und Bürger“, Frauen und ältere Menschen weniger Sichtbarkeit in den Nachrichten. Ferner kommt es in politischen Gesprächsformaten insbesondere in Krisenzeiten zu Einseitigkeit. Interviewpartner würden zum Teil wiederholt eingeladen. Diese – Zitat – Dauergäste könnten dann Sichtweisen auf bestimmte Themen prägen. Auch in der Wirtschaftsberichterstattung werde die Themenagenda durch einzelne Experten gesetzt.
Der Bayerische Rundfunk hatte das Gutachten für die ARD in Auftrag gegeben. Es sollte auch wissenschaftlich klären, wie sich Vielfalt und Ausgewogenheit im Journalismus definieren, messen und im redaktionellen Alltag umsetzen lassen. Die Autoren raten unter anderem zu systematischem Monitoring journalistischer Vielfalt.
Direkter Link zur Studie:
Vielfalt und Ausgewogenheit als Maßstab von Medienqualität (PDF)



Tatsächlich eines der ganz großen Medien-Probleme unserer Zeit:
Nur wer am lautesten schreit, wird noch gehört.
Man könnte zwar einwenden, das wäre schon immer so, aber die Unterschiede sind viel, viel krasser geworden. Ein Schreihals ist heute nicht mehr so laut wie 10 andere, sondern oft so laut wie 10.000.000 andere.