Bis in die späten 1970er-Jahre wuchsen Löhne und Renten nahezu im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. „Bis in die späten 1970er-Jahre hatten wir eine Umverteilung von oben nach unten und kräftige Lohnsteigerungen“, erklärt Paetz. Nach den Ölpreiskrisen – und vor allem mit der Agenda-2010-Politik ab den 2000er-Jahren – habe der Abbau des Sozialstaats begonnen. Löhne seien seitdem zunehmend nur noch als Kostenfaktor betrachtet worden, nicht als Nachfrage. Paetz plädiert dafür, das zu ändern: Wer mehr verdient, kann auch mehr ausgeben. „Gewerkschaften wurden dazu gedrängt, mäßige Lohnsteigerungen zu akzeptieren, um Arbeitsplätze zu sichern. So haben sich Löhne und Renten von der Produktivität entkoppelt“, sagt Paetz.

  • saimen@feddit.org
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    16 hours ago

    Ich habe von Anfang an gesagt das es eben nicht die Eltern sind die die Rentenzahlungen machen. Die Rentenzahlungen werden von den erwachsenden Kindern getätigt, und damit diese dazu befähigt werden benötigen diese eine gute Ausbildung die viel Geld kostet und in Deutschland steuerfinanziert wird. Kinderlose tragen zu diesen Kosten überproportional bei, da sie viele der staatlichen Leistungen nicht in Anspruch nehmen und oft auch mehr Steuern zahlen.

    Jetzt verstehe ich den Punkt. Du meinst Kinderlose gleichen die “fehlenden” Kinder aus durch die Steuermehrzahlung und nicht in Anspruchnahme staatlicher Leistungen. Das halte ich für eine gewagte These, dass das wirklich ausgeglichen ist. Und wie gesagt, die Bildung von Kindern anderer Leute zu finanzieren hat noch deutlich mehr Vorteile für dich als nur, dass sie in die Rente zahlen:

    1. Sie zahlen auch eher mehr Steuern
    2. Halten sich eher an Gesetze
    3. Sind weniger gewalttätig
    4. Machen ihren Job (für dich) gut
    5. Sind einfach grundsätzlich bessere Mitbürger für dich

    Es ist in keinsterweise menschenverachtend den erfüllten Kinderwunsch als Hobby zu bezeichnen.

    Kinder sind kleine hilflose Menschen, die zu 100% und 24/7 von dir abhängig sind. Das hat wenig mit einem Hobby gemein. Selbst der Kinderwunsch ist ja nicht immer gegeben bzw. ist das halt auch nichts, dass man wieder aufhören oder rückgängig machen kann. Wo genau siehst du da überhaupt Parallelen zu einem Hobby?

    Ich mag Kinder und habe überhaupt nichts dagegen das Menschen Kinder bekommen, aber das kann sich halt nicht jeder leisten und gesellschaftlich nötig ist dies bei über 8 Milliarden Menschen auch nicht. Deutschland könnte den Mangel an Arbeitskräften gut durch Migration ausgleichen und wenn die Bevölkerung langfristig etwas sinkt sehe ich da eigentlich auch nur Vorteile bei.

    Ist aktuell ja einfach notwendig, aber ist doch auch keine langfristige und nachhaltige Lösung. Mit der fortschreitenden Entwicklung ärmerer Länder sinken dort ja auch die Geburtenraten. Zynisch gesehen würde das ja darauf hinauslaufen, dass man auf Armut oder Kriege in anderen Ländern angewiesen sein wird.

    • poVoq@slrpnk.net
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      16 hours ago

      Pferde halten z.B ist auch ein Hobby, und da hat man auch ca. dreißig Jahre was von und kann die nicht so ohne weiteres mal eben los werden oder abschalten.

      Ist aktuell ja einfach notwendig, aber ist doch auch keine langfristige und nachhaltige Lösung. Mit der fortschreitenden Entwicklung ärmerer Länder sinken dort ja auch die Geburtenraten. Zynisch gesehen würde das ja darauf hinauslaufen, dass man auf Armut oder Kriege in anderen Ländern angewiesen sein wird.

      Ganz im Gegenteil, die derzeitge Weltbevölkerung ist nicht nachhaltig. Wenn also die Gesamtbevölkerung langsam sinkt und Menschen aus ärmeren Gebieten dorthin ziehen wo die Infrastruktur besser ist und weniger klimawandelbedingte Katastrophen zu erwarten sind dann ist das allgemein erstmal gut (der Teufel steckt da leider im Detail).