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    22 hours ago

    Die Zweckentfremdung der Neutralität ist irgendwie schon ein “interessantes” Thema, wenn ich das mal mit zynischem Theoretikerblick sagen darf. Auf der re:publica gab es ja auch einen Vortrag dazu, wie die Neutralität der Medien und ihre möglichst sachlichen Formulierungen eigentlich immer mehr rechtes Gedankengut legitimieren.

    Es ist schon klar, dass man bei der AfD auf ganz konkrete Punkte zeigen kann, warum eine nicht-neutrale Sprache wichtig ist, aber ich glaube, man spürt irgendwo doch trotzdem, dass da Einfallstor liegt, was von alle Seiten gegen alle Seiten benutzt werden kann. Im Diskursraum wäre das eine Art Paradigmenwechsel. Wie geht man damit um? Sollten wir das Ziel der neutral-sachlichen Sprache als Mär betrachten und eher wieder sowas wie eine gebildete Polemik zulassen? Im 19. Jahrhundert gab es ja auch noch ganz anderen Journalismus.