- ich soll keine ETFs suchen, die in der letzten 5 Jahren viel rendiert haben (10%, 15%), sondern die, die geringe TER haben mit großer Marktabdeckung, oder?
Mein Problem: ich würde gerne nur in nachhaltigen ETFs investieren und finanztip hat mir 2 empfohlen, mit TER 0.22% und 0.60%, Marktabdeckung 23% und 17%. Die Kosten für nicht nachhaltige ETFs sind geringer (TER 0.15%) und die Marktabdeckung deutlich größer (87%). Ist es blöd, nur in nachhaltigen ETFs zu investieren?
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Ich zahle die TER-Gebühren nicht aus dem ursprünglichen Anlagebetrag, sondern nur aus den jährlichen Gewinnen, richtig?
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Ich habe es vor, 50K einmalig anzulegen und dazu 300 EUR monatlich in der nächsten 20 Jahren einzahlen. Mir ist klar, dass wenn man 300 EUR per Monat ins Depot einzahlt gilt das als Sparplan und so zahlt man keine Gebühren. Ich weiß nicht, ob die 50K Einmalzahlung plus reguläre kleinere Einzahlungen als Sparplan gelten. Neobroker wäre scalable capital oder traders place.
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Scalable capital zeigt unter Kundendokumente S. 27 (wealth) mehrere Varianten-Tabellen mit Namen wie megatrends, bip, value… Manche Varianten sind 100% ETFs, manche mischen ETFs, ETCs, weitere ETPs, ab und zu krypto…, Wenn ich scalable als ETF-Broker nutze, muss ich mich unbedingt für eine dieser Varianten entscheiden?
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Traders place “schenkt” mir 60 EUR, wenn ich sie als Broker nutze, allerdings nur als Anteilen des Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (ISIN LU0290358497). Ist das ein gutes Angebot und ein guter ETF? Da dieser ETF EU-Zentriert ist, kann die Marktabdeckung nicht groß sein, oder?
danke

Gut, dann solltest du den Hauskauf entweder erst in 15 Jahren einplanen oder du musst ggf. Verluste in Kauf nehmen. Historisch gesehen kann es sein, dass du erst im 15. Jahr Gewinne machst und es davor den Bach runter geht. Ist natürlich unwahrscheinlich, aber wichtig zu wissen. Such mal nach “MSCI World Renditedreieck” und versuch die Grafik zu verstehen.
Finanztip ist super! Gut, die werden das irgendwie mit diesem Begriff vereinfachen, aber für die Diversifikation sind mehrere Ebenen wichtig. Der “Markt” besteht aus allen börsennotierten Unternehmen der Welt. Ein Index, so wie der MSCI World oder auch der DAX versuchen, durch spezifische Wahl der Unternehmen einen gewissen Markt nachzubilden, der DAX den deutschen Markt mit den 30 größten Unternehmen, der MSCI World möchte die Welt nachbilden mit ca. 1200 - 1300 Unternehmen (deshalb auch Weltindex). Tatsächlich bildet der MSCI World aber nur die entwickelte Welt ab, dabei ist es manchmal gar nicht so nachvollziehbar, warum Südkorea bspw. kein entwickeltest Land ist, andere aber schon. Diese Weltindices haben einen relativ hohen US-Anteil (~65%), denn dort gibt es eben auch die stärksten Unternehmen. Es gibt aber auch noch die All Countries Indices, wie z.B. der MSCI World ACWI oder auch der FTSE All World. Die nehmen dann bspw. noch China, Taiwan, Brasilien und solche Länder hinzu. Am Ende des Tages ist das für den Durchschnittsanleger einerlei, alle genannten Indices sind gut. Wichtig ist nur: Weltindex. Mach nicht den Fehler dich nur auf eine Region zu konzentrieren wie z.B. einen EU-ETF oder noch schlimmer, dich auf nur eine Branche zu konzentrieren, wie z.B. IT oder Pharma. Es soll ein Weltindex sein. Das ist die Diversifikation und damit auch die Marktabdeckung die du suchst, das sogenannte “free lunch”.
Der Kurs von Aktien und ETFs schwankt während der Handelszeiten, man spricht vom sogenannten spread. Das ist für 300€ Sparplan irrelevant (und da kannst du den Kaufzeitpunkt auch nicht beeinflussen), bei 50k€ kann das aber gut ein paar 100€ ausmachen ob der Anteil jetzt eben 99€ oder 100€ kostet. Der Spread ist dann am geringsten, wenn am meisten Marktteilnehmer handeln. Und das ist der Fall wenn sowohl die Deutsche Börse als auch die US-Börse gleichzeitig geöffnet sind, und das ist eben zwischen 13 und 15 Uhr.
stop-loss kostet nichts. Du kannst damit den Kaufpreis begrenzen, denn beim Kauf gibst du nicht 50k€ an, sondern die Anzahl an Anteilen. Daher ist der Preis, der bei Orderausführung bezahlt wird, variabel. Zu den oben genannten Handelszeiten wird da nichts in die Höhe schnellen und es wird auch immer genug Anteile zum Handeln geben, aber machs einfach um dir sicher zu sein. Lies bitte noch einmal im Netz nach, was stopp loss oder die anderen Ausführungsarten bedeuten.
Der Index ist zwar derselbe, aber die Emittenten der ETFs nicht. Hinter iShares sitzt zum Beispiel das Unternehmen Blackrock, Xtrackers ist die Deutsche Bank etc. Die legen ihre eigene TER fest, natürlich sind bekanntere wie der iShares ein klein wenig teuerer als die Unbekannten. Aber eine wichtige Sache kommt noch dazu: MSCI World ist nicht gleich MSCI World. Deshalb empfiehlt Finanzip auch bestimmte ETFs, und wenn dir das zu kompliziert sind, dann nimm einen von den vorgeschlagenen (ich glaube der iShares ist dabei).
Wenn du jetzt aber sagst, hey das reicht mir nicht, dann ist das fair, aber dann wird es jetzt erwas komplizierter.
we need to go deeper...
Wenn du wissen willst, wie die sich unterscheiden kann ich dir das Vergleichstool von extraetf.com empfehlen. Ich habe da jetzt mal 3 deiner ETFs reingehauen, Invesco, Ishares und SPDR.
Siehe hier: https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=IE00B60SX394-etf%2CIE00B4L5Y983-etf%2CIE00BFY0GT14-etf
Was findest du dort raus? Erstmal, alle sind thesaurierend, also genau das was du möchtest. Achte auch die ISIN oder WKN (quasi die Identifikationsnummer) beim Kauf, du möchtest einnen Accumulating ETF, keinen ausschüttenden.
Dann haben die 3 wie von dir festgestellt verschiedene TERs. Was du aber auch relativ schnell siehst, ist dass sie sich in ihrer Indexabbildung unterscheiden. Der Invesco bildet synthetisch ab - aha, deshalb ist der so günstig! Physisch replizierend ist der Klassiker, bedeutet der ETF kauft tatsächlich die im Index enthaltenen Aktien. Synthetisch replizierend heißt, die Rendite wird über einen Swap-Vertrag abgebildet. Was das bedeutet bitte ich dich zu googlen, aber mein Tipp - bleib bei physischer Replikation. Daher ist der Invesco schonmal raus. Bleiben noch iShares und SPDR. Der ishares ETF ist 1. wesentlich länger aktiv (2009 vs. 2019) und er hat ein wesentlich höheres Fondsvolumen (118 Mrd. vs 16 Mrd. €). Damit hast du erstmal eine höhere historische Sicherheit beim iShares und außerdem ist die Chance niedriger, dass der ETF irgendwann aufgelöst wird (was bei 16 Mrd. € auch eher unwahrscheinlich ist). Ansonsten sind es nur Kleinigkeiten und macht vermutlich nicht viel aus. Aber du sparst bei 10k€ Anlagevermögen mit dem SPDR 8€ im Jahr, da musst du dir überlegen, was dir am wichtigsten ist.
Ich persönlich gehe sogar so weit, dass ich meine ETFs nicht bei einem Neobroker sondern bei meiner Hausbank (DKB) kaufe, und da nehme ich 1,50€ pro Sparplanausführung im Monat in Kauf. Bin ich vermutlich zu streng, aber mir gibt es das bessere Gefühl. Deswegen kann ich nur nochmal sagen, nimm den Broker, dem du am meisten vertraust. Es geht immerhin um deine Altersvorsorge.