Meine Eltern wollen eine Wohnung verkaufen (sie haben 2). Da sie schon im Ruhestand sind, ist es sinnvoll, das Geld in ETFs zu investieren?

Sie sind 76 und 74 Jahre alt, klar im Kopf und gesund, aber heutzutage Menschen können bis 100 leben. Meine Eltern haben nie Geld angelegt, können aber lernen.

Sollten ETFs nicht zu empfehlen sein, was wäre eine gute Alternative?

  • DrunkenPirate@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    8
    ·
    edit-2
    19 hours ago

    Eine kleine Anmerkung zur Wohnung verkaufen. Je nachdem was sie und du vorhabt, ist es steuerlich günstiger, die Wohnung an dich zu verkaufen.

    Steuervorteil: Es fallen keine Erbschaftssteuern an und du kannst die Wohnung, sofern vermietet, steuermindernd in deiner Einkommenssteuer anrechnen lassen über 25 Jahre. Das ist insgesamt bis zur Hälfte des Verkaufswertes.

    Kein Geld? Dann geben deine Eltern dir einen Verkäuferkredit zu marktüblichen Preise. Du stotterst ihn dann bei ihnen ab. Idealerweise nicht monatliche Zinsen, sondern endfällig. Denn in der Zwischenzeit schenken dir deine Eltern Geld mit dem du den Kredit über Sondertilgung runterzahlst. Als Erbe bekommst du den Kredit, bist Schuldenfrei und konntest die ganze Zeit Steuern sparen.

    Es kommt aber drauf an, was du und deine Eltern vorhaben. Und das Steuerkonstrukt solltest du mit einem guten Steuerberater besprechen und planen.

    Anmerkung: Die wenigsten Steuerberater haben allerdings Ahnung, wie man Steuern spart. Das sind Buchhalter im Auftrage des Staates. Warum? Wer unterrichtet Buchhaltung und nimmt die Prüfung ab? Der Staat!

    Disclaimer: Das ist keine Steuerberatung und ich bin kein Experte. Habe mir das nur angelesen.

  • muelltonne@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    ·
    17 hours ago

    Darf ich mal fies und direkt sein? Wenn du 76 Jahre alt bist, dann hast du eine eher geringe Restlebenserwartung. Vielleicht sind es noch 10 Jahre. Oder wenn du 96 werden willst, immerhin noch 20 Jahre. Deine Eltern kennen ihren groben Gesundheitszustand, Vorerkrankungen, familiäre genetische Risiken und so weiter. Du weißt, ob kein Verwandter jemals 80 wurde oder ob die ganze Sippschaft in der Abest-Mine gearbietet hat. Aber egal wie - die Zeit ist doch begrenzt. Das ist dein Anlagehorizont, wenn deine Eltern das Geld selbst nutzen wollen und nicht vererben.

    Kommt es in den verbliebenen Jahren dann zu einem Rückgang an den Aktienmärkten bzw. platzt die aktuelle Tech/KI-Bubble, dann wird das mit viel Rendite wohl eher nicht der Fall sein. Dann sind aber gleichzeitig auch andere Investments eher weniger profitabel, falls die Inflation zuschlägt.

  • brainwashed@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    ·
    edit-2
    20 hours ago

    Kommt stark drauf an, was mit dem Geld am Ende passieren soll. Wenn es sowieso irgendwann an die nächste Generation geht, kann es genauso gut in einem ETF gut rentieren. Natürlich könnte man das Geld auch heute schon weg schenken. Denkbar wäre auch 0-X % in einen weltweit streuenden Aktien-ETF und den Rest stumpf aufs Tagesgeld.

    Pauschal kann man das aber schlecht sagen. Das Buch “Souverän Investieren vor und im Ruhestand” führt einen da struktruriert durch. Die eine wichtige Frage ist, ob sie überhaupt die Schwankungen ertragen, die andere ob sie es überhaupt nötig haben, die in ihrem Alter noch ertragen zu müssen, oder ob all ihre Ziele auch ohne umsetzbar sind.

  • Frieda@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    6
    ·
    1 day ago

    Was wollen deine Eltern? Warum haben sie die Wohnung verkauft? Es ist super wenn sie geistig und körperlich fit sind. Das kann sich aber auch ändern. Ich würde sie fragen, was sie noch Vorhaben. Reisen, Kunststatelier einrichten, Bäume pflanzen… Wenn sie materiell wunschlos glücklich sind und das Geld für ihre Kind/er anlegen wollen, wären ETFs eine gute Option. Sollten sie viel zu vererben haben, wäre möglicherweise auch eine Schenkung sinnvoll, um die Erbschaftssteuer zu reduzieren.

  • hummingbird@lemmy.world
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    3
    ·
    edit-2
    1 day ago

    Wenn sie an das Geld 15 Jahre nicht ran müssen ist es vertretbar. Allerdings nur theoretisch. Wie reagieren sie in einem Börsencrash wo es 50% runter geht? Ohne Börsenerfahrung weiß man selber nicht wirklich, wie man dann reagiert. Außerdem stellt sich die grundsätzlich Frage wie risikofreudig sie sind. Wenn es sicher angelegt werden soll ist die Börse nicht die richtige Wahl.

    • DrunkenPirate@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      2
      ·
      19 hours ago

      Du hörst dich an, wie ein Untergangsprophet, hehe. Einen Börsencrash von 50% gibt es nicht und gab es nie. Vielleicht mal vor hundert Jahren.

      Der letzte größere Crash Corona oder Ukraine hat gerade mal 30% gekratzt. Die Börsenwelt ist heutzutage einfach zu „Systemkritisch“ als das man das abstürzen lässt. Die großen Notenbanken machen dann wie irre Stützungskaufe, um die Kurse, und damit die Finanzwirtschaft, stabil zu halten. Es wird keinen großen Börsencrash geben.

      Stell dir doch mal vor: Die Quandts und Tech-Bro‘s dieser Welt wären plötzlich arm? Was meinst du was da vorher losgetreten wird?

      • hummingbird@lemmy.world
        link
        fedilink
        arrow-up
        2
        ·
        18 hours ago

        Nehm es mir nicht übel aber dein Kommentar ist ein bisschen am Thema vorbei. Die Frage ist nicht wie weit es nach unten geht. Krisen gehören zum Börsenalltag. Sowas zu zu ignorieren würde ich als schlechte Beratung einstufen.

        Klar kann man darüber diskutieren, wie weit es nach unten gehen kann. Aber unter dem Stich weiß es halt niemand.

  • D_a_X@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    3
    ·
    1 day ago

    Ich habe den leisen Verdacht, ohne dass ich ihn mit Quellen belegen kann, dass Immobilien zur Zeit eine höhere Rendite einbringen als ETFs.

    Die Frage ist, ab sie das angelegte Geld letztlich vererben wollen, oder ob sie es noch zu Lebzeiten selbst benötigen.

    • copacetic@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      Deutsch
      arrow-up
      1
      ·
      edit-2
      19 hours ago

      Es war von 2009 bis 2021 sehr profitabel. Zur Zeit bin ich da eher skeptisch.

      Wohnimmobilienpreisindex Deutschland: Entwicklung von 1970 bis 2025

      Diagramm aus diesem Blogpost. Die durchschnittliche Rendite von 2,8% p.a. ist nicht sehr beeindruckend und Inflation darf man da noch abziehen.

      • DrunkenPirate@feddit.org
        link
        fedilink
        arrow-up
        1
        ·
        edit-2
        15 hours ago

        Gerd Kommer ist auch ein ETF-Junkie der jetzt selber ETF‘s verkauft. Ein Verkäufer wird wohl niemals sein Produkt schlechtreden, oder?

        Zwar geht Kommer in dem Artikel auf einige Grundprobleme bei Renditeberechnung von Immobilieninvestments ein, vergisst aber den Unterschied von Land und Stadtimmobilien und den Zeitraum einzugrenzen auf 2000 bis 2025. Was bringt einem 1969?

        Und wie bei jedem Investment muss zwangsläufig immer die Steuer mitbedacht werden. Durch die Steuer (Afa) bekommt man zB gut 42% des Investments als Steuererstattung über 25 Jahre zurück.

        Macht er nicht, ist dann auch alles wahnsinnig komplex.

        Als persönliche Anekdote: Haus 2014 gekauft für 380k all-in und 2024 verkauft für 630k netto. Wir hatten 80k EK und sind 10 Jahre später mit 630k rausgekommen. Kredit war da abbezahlt. Unsere Miete war vor dem Kauf bei 1000€ warm * 120 Monate = 120k. D.h. von 200k (80+120) auf 630k in 10 Jahren. Das schafft man mit Aktien nicht. Und wir hatten noch nicht mal so einen krassen unter-2%-Kredit.

        Gegenrechnung: 80k in ETF auf 10 Jahre verdoppelt = 160k. 180k (Differenz Kaufwert minus Miete also was wir in Kredit+Zinsen getan haben) in ETF über 10 Jahre (50%) =270k. D.h. von 200k auf 430k (160+270)

        Aber das war jetzt nur ein Eigenheim. Als Investment käme dann noch 380k * 42% Einkommenssteuerquote drauf. 160k auf 25 Jahre. Gut dafür hat man dann auch den ganzen Nerv mit Mietern.

        • copacetic@discuss.tchncs.de
          link
          fedilink
          Deutsch
          arrow-up
          1
          ·
          7 hours ago

          Du müsstest ein entsprechend gehebeltes ETF-Investment zum Vergleich heranziehen. Der MSCI World hat sich von 2014 bis 2024 fast verdoppelt, also wären aus einem 380k Investment auch locker 630k geworden. Vermutlich über 700k. Allerdings hättest du vermutlich keinen entsprechend guten Kredit bekommen für ETFs und dann natürlich noch die Steuern auf den Gewinn. Hausbesitz wird definitiv mehr gefördert. Andererseits hast du mit 2014-2024 eine außergewöhnlich profitable Zeitspanne erwischt, wie man im Diagramm oben sieht. Als relativ frischer Hausbesitzer hoffe ich, dass die nächsten Jahre ähnlich profitabel werden.