Vom Start der Eurokrise bis zum Ende des Bundestagswahlkampfs 2025 war die schwarze Null, die Ablehnung möglichst aller Staatsschulden, das Leitmotiv der Christdemokraten. Es galt unter Angela Merkel ebenso wie unter Friedrich Merz als Garant von Stabilität und Nachhaltigkeit.

Dieses Dogma war verbunden mit dem Tabu jeglicher Steuererhöhung. Zusammen führten sie zu riesigen Defiziten in Deutschlands Infrastruktur. Kaputt gespart wurden Eisenbahnen, Autobahnen, Brücken, Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Selbst die Bundeswehr verkümmerte. Alle öffentlichen Güter, die nicht Profit abwerfen, aber für die Volkswirtschaft lebenswichtig sind, wurden vernachlässigt. Dass unser Land bei der digitalen Infrastruktur hinterherhinkt, passt ins Bild.

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  • copacetic@discuss.tchncs.de
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    10 days ago

    Ganz so einfach ist es aber auch nicht. Man muss schon ein bischen genauer hinschauen, was dem Patienten fehlt.

    Wenn es an Nachfrage mangelt, dann kann der Staat mit Investitionen einspringen und die temporäre Flaute überbrücken. Falls es aber am Angebot mangelt, würden staatliche Investitionen das Problem nur verschlimmern. Corona mit dem Lieferketten-Chaos war zum Beispiel der zweite Fall.

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        9 days ago

        Keine der (noch) großen Parteien ist ohne Schuld. Und keine zeigt glaubhafte Anzeichen, dass sie das auch nur einsehen oder gar verändern wollen.

        Das treibt die Wähler dummerweise ausgerechnet den Nazis in die Arme, die wirtschaftlich mindestens genauso schlimm sind.

        Danke an die lieben Medien, dass sie den Trend auch noch durch dümmlich unkritische Berichterstattung bis hin zu regelrechter Propaganda befeuern.