Für das Problem “Rauschmittelabhängige an öffentlichen Plätzen sorgen für ein schlechteres Sicherheitsgefühl (und ggf auch erhöhte Verschmutzung)” gäbe es aber auch einen anderen Ansatz: Menschen helfen, damit sie gar nicht erst in die Situation kommen, abhängig zu werden oder, wenn es doch passiert, ihnen darauszuhelfen.
Zwei Fragen hierzu: Wie? Und was, wenn der Betreffende nicht will?
Glaube die Antwort ist relativ komplex und da gibts kein einfaches “wie”. Das fängt schon an bei Prävention von Depressionen (zb mit geeigneter Jugendarbeit, einfacher Möglichkeit für Psychotherapie und niederschwellige Angebote anderer Art), die Möglichkeit von bezahlbarem Wohnen schaffen (sozialisierter Wohnbau zb, oder Housing-First Projekte fallen mir da ein) und genereller Armutsprävention sowie guter Bildung (beides hilft dabei weniger Probleme zu entwickeln die dann mit Drogen selbst behandelt werden (müssen)).
Man könnte auch ansetzen mit Orten wo Drogenkonsum legal betrieben werden kann, für die Leute die schon reingekippt sind (siehe Kanada, die haben zb. Orte wo sicher Stoffe injiziert werden können), das setzt ein wenig bei den “Hilfe kann anders nicht angenommen werden/lassen sich nicht helfen” Leuten auch an. Die Orte können zb auch niederschwelligen Zugang zu Hilfsprojekten anbieten, die ansonsten durch mangeldes Vertrauen oder Erreichbarkeit schwer angenommen werden können.
Langer Text aber kurz gesagt… es ist ein Systemproblem, was durch durch eine Menge kleinerer Schritte deutlich verbessert werden kann. Man kann durchaus in die verschiedenen Länder schauen und vergleichen wie groß das Suchtproblem ist und man findet da durchaus große Unterschiede (auch in der Sichbarkeit der Abhängigkeiten auf Bahnhöfen, auch wenn die Zahlen sich teilweise zb nicht so viel unterscheiden).
Die zweite Frage beantworte ich mit einer Gegenfrage: was, wenn sich jemand mit Krebs nicht helfen lassen will? Oder mit Depressionen, einem gebrochenen Bein oder Lupus?
Die Antwort auf die erste Frage ist allerdings sehr komplex, zu komplex für diesen Kontext, da schreiben manche ganze Bücher drüber. Da geht es um Aufklärung, finanzielle Gerechtigkeit und Sicherheit, soziale Gesellschaftsstrukturen, Fachkräftemangel im Bereich Sozialarbeit, etc. Da darfst du dich bei Interesse gerne selber einarbeiten.
was, wenn sich jemand mit Krebs nicht helfen lassen will? Oder mit Depressionen, einem gebrochenen Bein oder Lupus?
Diese Personen machen aber nicht die Bahnhöfe unsicher… von daher: Sollten wir problematische Suchtkranke doch einfach aus den Bahnhöfen entfernen lassen?
Die Frage ist doch, wie viele Suchtkranke würden sich noch an Bahnhöfen aufhalten, wenn es zum einen weniger Suchtkranke gäbe, die irgendwie auch mit ihresgleichen sozialisieren wollen, und wenn es für die Verbleibenden bessere Alternativen zum Bahnhof gäbe?
Wird es jemals keine Suchtkranken mehr geben? Unwahrscheinlich. Wird es irgendwann keine Menschen mehr geben, die sich auf eine Art und Weise an Bahnhöfen aufhalten, die anderen Menschen unangenehm ist? Genauso unwahrscheinlich. Aber ich denke schon, dass eine Verbesserung der Situation dazu führen könnte, dass es nicht mehr als Problem wahrgenommen würde und man solche Pauschalmaßnahmen nicht mehr als notwendig erachten würde, weil man sich um die wenigen Fälle auch individuell kümmern könnte.
Persönlich empfinde ich Suchtkranke, Obdachlose usw auch nicht als die problematischsten Personen, die sich berauscht an Bahnhöfen aufhalten. Da finde ich betrunkene Massen von Fußballfans, Volksfestbesucher*innen oder Partimeilenbesucher*innen wesentlich schlimmer. Aber da nehme ich gar nicht wahr, dass diese Ansicht breit geteilt würde. Es wird nur weiter auf die draufgehauen, die sowieso schon am Boden sind.
Zwei Fragen hierzu: Wie? Und was, wenn der Betreffende nicht will?
Glaube die Antwort ist relativ komplex und da gibts kein einfaches “wie”. Das fängt schon an bei Prävention von Depressionen (zb mit geeigneter Jugendarbeit, einfacher Möglichkeit für Psychotherapie und niederschwellige Angebote anderer Art), die Möglichkeit von bezahlbarem Wohnen schaffen (sozialisierter Wohnbau zb, oder Housing-First Projekte fallen mir da ein) und genereller Armutsprävention sowie guter Bildung (beides hilft dabei weniger Probleme zu entwickeln die dann mit Drogen selbst behandelt werden (müssen)). Man könnte auch ansetzen mit Orten wo Drogenkonsum legal betrieben werden kann, für die Leute die schon reingekippt sind (siehe Kanada, die haben zb. Orte wo sicher Stoffe injiziert werden können), das setzt ein wenig bei den “Hilfe kann anders nicht angenommen werden/lassen sich nicht helfen” Leuten auch an. Die Orte können zb auch niederschwelligen Zugang zu Hilfsprojekten anbieten, die ansonsten durch mangeldes Vertrauen oder Erreichbarkeit schwer angenommen werden können.
Langer Text aber kurz gesagt… es ist ein Systemproblem, was durch durch eine Menge kleinerer Schritte deutlich verbessert werden kann. Man kann durchaus in die verschiedenen Länder schauen und vergleichen wie groß das Suchtproblem ist und man findet da durchaus große Unterschiede (auch in der Sichbarkeit der Abhängigkeiten auf Bahnhöfen, auch wenn die Zahlen sich teilweise zb nicht so viel unterscheiden).
Die zweite Frage beantworte ich mit einer Gegenfrage: was, wenn sich jemand mit Krebs nicht helfen lassen will? Oder mit Depressionen, einem gebrochenen Bein oder Lupus?
Die Antwort auf die erste Frage ist allerdings sehr komplex, zu komplex für diesen Kontext, da schreiben manche ganze Bücher drüber. Da geht es um Aufklärung, finanzielle Gerechtigkeit und Sicherheit, soziale Gesellschaftsstrukturen, Fachkräftemangel im Bereich Sozialarbeit, etc. Da darfst du dich bei Interesse gerne selber einarbeiten.
Diese Personen machen aber nicht die Bahnhöfe unsicher… von daher: Sollten wir problematische Suchtkranke doch einfach aus den Bahnhöfen entfernen lassen?
Die Frage ist doch, wie viele Suchtkranke würden sich noch an Bahnhöfen aufhalten, wenn es zum einen weniger Suchtkranke gäbe, die irgendwie auch mit ihresgleichen sozialisieren wollen, und wenn es für die Verbleibenden bessere Alternativen zum Bahnhof gäbe?
Wird es jemals keine Suchtkranken mehr geben? Unwahrscheinlich. Wird es irgendwann keine Menschen mehr geben, die sich auf eine Art und Weise an Bahnhöfen aufhalten, die anderen Menschen unangenehm ist? Genauso unwahrscheinlich. Aber ich denke schon, dass eine Verbesserung der Situation dazu führen könnte, dass es nicht mehr als Problem wahrgenommen würde und man solche Pauschalmaßnahmen nicht mehr als notwendig erachten würde, weil man sich um die wenigen Fälle auch individuell kümmern könnte.
Persönlich empfinde ich Suchtkranke, Obdachlose usw auch nicht als die problematischsten Personen, die sich berauscht an Bahnhöfen aufhalten. Da finde ich betrunkene Massen von Fußballfans, Volksfestbesucher*innen oder Partimeilenbesucher*innen wesentlich schlimmer. Aber da nehme ich gar nicht wahr, dass diese Ansicht breit geteilt würde. Es wird nur weiter auf die draufgehauen, die sowieso schon am Boden sind.