Draußen Hitzewelle, drinnen angenehm. Und das ganz ohne klassische Klimaanlage. So sieht ein klimafreundliches und gleichzeitig klimaresilientes Haus aus.
Durch die Deckenmodule aus Lehm verlaufen auch die Wasserleitungen der Deckenheizung. Diese wird im Winter über eine Wärmepumpe mit warmem Wasser versorgt. Im Sommer kann hier aber bei Bedarf kühles Wasser durch die Rohre geleitet werden, wodurch die Räume zusätzlich gekühlt werden
Große Überraschung, das Geheimnis ist eine Klimaanlage, denn nichts anderes ist die Wärmepumpe, die kaltes Wasser durch die Decke drückt. Gut für die Bewohner, aber nichts weiter neues…
Naja, nicht nur - die Klimanlage ist nur ein Teil der Lösung: Der konstruktive Wärmeschutz (Ausrichtung des Hauses zur Sonne, Fenster in der korrekten Lage, Fassadenbegrünung, Lehm als Raumfeuchteregulator und thermischer Speicher, Wärmedämmung) sorgen dafür, dass die Wärmepumpe kleiner ausfallen kann und die Betriebskosten niedriger sind.
Natürlich, aber bei +30° am Tag und +24° in der Nacht hilft auch die beste passive Maßnahme nichts. Neubauten sollten grundsätzlich passive Maßnahmen berücksichtigen, aber beim Bestand wäre es sehr wichtig, jetzt Klimaanlage in Form von Wärmepumpen zu verbauen, dies in Kombination mit genug PV um den Strombedarf zumindest zu decken. Meine Eltern haben jeden Sommer die Rolläden komplett geschlossen. Das Haus ist kühl, aber es ist halt schon ziemlich mies, von Mai bis August im Schein der LEDs zu sitzen, während draußen geiles Wetter ist.
Ich vermute: Je geringer die Wärmeverluste, desto egaler ist es, wo im Raum geheizt wird. Wenn das ganze Haus gut gedämmt ist und Du noch so Sachen wie Wärmerückgewinnung hast, musst Du sowieso ziemlich wenig heizen. Dann könntest Du die Wärmequelle wahrscheinlich auch einfach irgendwo in eine Ecke stellen. Klar, ist weniger effizient, aber die Heizleistung ist so gering, dass Du da keine großen Verluste hast.
Bei einer Flächenheizung wirst Du auch immer über Infrarotstrahlung gewärmt, egal ob die nun von Boden, Wand oder Decke kommt. Decke ist da wahrscheinlich sogar am besten, weil die Strahlung nicht von den Möbeln blockiert wird.
Und im Sommer ist es bestimmt sehr angenehm, wenn Dir ständig kühle Luft auf den Kopf fällt. Einen kühlen Fußboden stell ich mir dagegen auch bei 30°C Raumtemperatur ziemlich unangenehm vor.
Der Strahlungseffekt ist übrigens so groß, dass für das gleiche Wärmeempfinden 3° weniger Lufttemperatur genügen, was 18% Heizenergie spart.
Bonus beim Erdgeschoss: Bei einer Fußbodenheizung geht immer ein Teil der Heizleistung ins Erdreich oder den Keller. Bei einer Deckenheizung geht es ins Obergeschoss.
Wie wird dann das Obergeschoss beheizt? Wenn dann die Heizung unter der Dachhaut hängt hat man doch den gleichen Effekt wie wenn man seinen Keller mitheizt. Nur heizt man einfach die Dachhaut.
Ist jetzt nur geraten, aber wahrscheinlich macht man einfach keine Deckenheizung direkt unterm Dach. Da hat man ja dann die Fußbodenheizung von der Deckenheizung einen Stock tiefer. Und wenn das nicht reicht baut man eben noch Heizkörper, Strahlungselemente oder sonstwas dazu.
Ja, unter diesem Gesichtspunkt dürfte für das Obergeschoss wieder eine Fußbodenheizung im Vorteil sein. Aber grundsätzlich wird der Effekt wird bei Neubauten mit modernen Dämmstandards sowieso nicht besonders groß sein.
Ich habe gerade übrigens die technische Beschreibung von diesem (oder einem sehr ähnlichen) Lehmmodul-basierten Deckenheizsystem gefunden. Es sagt nicht direkt was zu der Frage, aber könnte für Manche generell interessant sein:
Das System haben wir uns auch angeschaut. Prinzipiell keine schlechte Sache denn man kann das als Laie auch verlegen (genauso natürlich wie Fußbodenheizung auf Tackerplatte) und man hat direkt Lehm für die Feuchtigkeitsregulierung. Das ganze Thema ist dann aber mit der Machbarkeit gestorben. Denn dafür muss man erstmal einen Sanitärler finden der bei der Geschichte mitgeht. Von 6 Betrieben hatte einer bereits 2 Häuser gemacht, der Preis war da aber auch … Nennen wir es höflich “nicht konkurrenzfähig”.
Lehmmassen im Wohnraum kann man mit Lehmbauplatten günstiger in Eigenleistung an die Wand bringen. Kosten sind aber auch nicht ganz ohne gegenüber Fermazellplatten.
Wir sind jetzt bei Zentrallüftung, Fußbodenheizung und Fermazellplatten gelandet. Wie es genau wird kann man sagen wenn es fertig ist aber wir denken damit fahren wir ganz gut. Lehm kann man immer noch auf den Wänden aufbringen wenn man es für notwendig hält. Die Fußbodenheizung plus ordentlich Dämmung wird uns auch im Sommer kühl halten. Zumal wir bei den Fenstern auch auf Beschattungskonzepte geachtet haben. Ergo keine “schönen” 6m Glasfront im Essbereich.
Große Überraschung, das Geheimnis ist eine Klimaanlage, denn nichts anderes ist die Wärmepumpe, die kaltes Wasser durch die Decke drückt. Gut für die Bewohner, aber nichts weiter neues…
Naja, nicht nur - die Klimanlage ist nur ein Teil der Lösung: Der konstruktive Wärmeschutz (Ausrichtung des Hauses zur Sonne, Fenster in der korrekten Lage, Fassadenbegrünung, Lehm als Raumfeuchteregulator und thermischer Speicher, Wärmedämmung) sorgen dafür, dass die Wärmepumpe kleiner ausfallen kann und die Betriebskosten niedriger sind.
Natürlich, aber bei +30° am Tag und +24° in der Nacht hilft auch die beste passive Maßnahme nichts. Neubauten sollten grundsätzlich passive Maßnahmen berücksichtigen, aber beim Bestand wäre es sehr wichtig, jetzt Klimaanlage in Form von Wärmepumpen zu verbauen, dies in Kombination mit genug PV um den Strombedarf zumindest zu decken. Meine Eltern haben jeden Sommer die Rolläden komplett geschlossen. Das Haus ist kühl, aber es ist halt schon ziemlich mies, von Mai bis August im Schein der LEDs zu sitzen, während draußen geiles Wetter ist.
Ich frage mich wie effizient diese Deckenheizung im Winter zum wärmen ist? Das macht man ja geschickter im Boden eigentlich.
Ich vermute: Je geringer die Wärmeverluste, desto egaler ist es, wo im Raum geheizt wird. Wenn das ganze Haus gut gedämmt ist und Du noch so Sachen wie Wärmerückgewinnung hast, musst Du sowieso ziemlich wenig heizen. Dann könntest Du die Wärmequelle wahrscheinlich auch einfach irgendwo in eine Ecke stellen. Klar, ist weniger effizient, aber die Heizleistung ist so gering, dass Du da keine großen Verluste hast.
Bei einer Flächenheizung wirst Du auch immer über Infrarotstrahlung gewärmt, egal ob die nun von Boden, Wand oder Decke kommt. Decke ist da wahrscheinlich sogar am besten, weil die Strahlung nicht von den Möbeln blockiert wird.
Und im Sommer ist es bestimmt sehr angenehm, wenn Dir ständig kühle Luft auf den Kopf fällt. Einen kühlen Fußboden stell ich mir dagegen auch bei 30°C Raumtemperatur ziemlich unangenehm vor.
Dies.
Der Strahlungseffekt ist übrigens so groß, dass für das gleiche Wärmeempfinden 3° weniger Lufttemperatur genügen, was 18% Heizenergie spart.
Bonus beim Erdgeschoss: Bei einer Fußbodenheizung geht immer ein Teil der Heizleistung ins Erdreich oder den Keller. Bei einer Deckenheizung geht es ins Obergeschoss.
Wie wird dann das Obergeschoss beheizt? Wenn dann die Heizung unter der Dachhaut hängt hat man doch den gleichen Effekt wie wenn man seinen Keller mitheizt. Nur heizt man einfach die Dachhaut.
Ist jetzt nur geraten, aber wahrscheinlich macht man einfach keine Deckenheizung direkt unterm Dach. Da hat man ja dann die Fußbodenheizung von der Deckenheizung einen Stock tiefer. Und wenn das nicht reicht baut man eben noch Heizkörper, Strahlungselemente oder sonstwas dazu.
Ja, unter diesem Gesichtspunkt dürfte für das Obergeschoss wieder eine Fußbodenheizung im Vorteil sein. Aber grundsätzlich wird der Effekt wird bei Neubauten mit modernen Dämmstandards sowieso nicht besonders groß sein.
Ich habe gerade übrigens die technische Beschreibung von diesem (oder einem sehr ähnlichen) Lehmmodul-basierten Deckenheizsystem gefunden. Es sagt nicht direkt was zu der Frage, aber könnte für Manche generell interessant sein:
https://www.tts-ag.ch/uploads/1/2/2/6/122652075/argillatherm_systembeschreibung.pdf
Das System haben wir uns auch angeschaut. Prinzipiell keine schlechte Sache denn man kann das als Laie auch verlegen (genauso natürlich wie Fußbodenheizung auf Tackerplatte) und man hat direkt Lehm für die Feuchtigkeitsregulierung. Das ganze Thema ist dann aber mit der Machbarkeit gestorben. Denn dafür muss man erstmal einen Sanitärler finden der bei der Geschichte mitgeht. Von 6 Betrieben hatte einer bereits 2 Häuser gemacht, der Preis war da aber auch … Nennen wir es höflich “nicht konkurrenzfähig”.
Lehmmassen im Wohnraum kann man mit Lehmbauplatten günstiger in Eigenleistung an die Wand bringen. Kosten sind aber auch nicht ganz ohne gegenüber Fermazellplatten.
Wir sind jetzt bei Zentrallüftung, Fußbodenheizung und Fermazellplatten gelandet. Wie es genau wird kann man sagen wenn es fertig ist aber wir denken damit fahren wir ganz gut. Lehm kann man immer noch auf den Wänden aufbringen wenn man es für notwendig hält. Die Fußbodenheizung plus ordentlich Dämmung wird uns auch im Sommer kühl halten. Zumal wir bei den Fenstern auch auf Beschattungskonzepte geachtet haben. Ergo keine “schönen” 6m Glasfront im Essbereich.
Ich denke dass es bei ausreichender Isolierung kein Problem ist, auch wenn die Füße zumindest im EG etwas auskühlen werden.