“wir können uns diese faulen sozialschmarotzer nicht länger leisten, die es sich in der sozialen hängematte gemütlich machen und von der arbeit anderer leben. wir sollten uns nehmen, was rechtmäßig uns gehört: höhere vermögenssteuer, soziale umverteilung, bedingungsloses grundeinkommen.”
Dass wir uns in Wahrheit die Milliardäre und Großkonzerne, die sich lautstark gegen jegliche sinnvolle Besteuerung wehren, nicht mehr leisten können, höre ich tagtäglich…
Also nein, wir brauchen nicht mehr Sozialpopulismus. Der Sozialpopulismus braucht mehr mediale Reichweite, damit das auch mal bei der Masse ankommt.
Aber in Deutschland gibt es medial eben hauptsächlich Rechts und noch Rechter, und daneben ein paar ganz vereinzelte Fälle von “Wir sind so Links, dass wir euch erstmal erklären, was alle anderen Linken falsch machen”.
Willst du mein Harz kürzen werd ich dein Staat stürzen - K.I.Z.
Oder sowas?
Lasst euch nicht erzähln
Ihr hättet ein Problem
Propaganda der Yuppieschweine
Arbeit hat man besser keine MühlheimAsozialOder eher sowas?
Nazis nehmen uns die Arbeitsplätze weg! Alarmsignal
Oder vielleicht sowas?
Mit Betriebsfunktionären könnnen wir nichts bewegen
Die stehen uns doch nur im Weg!
Denn Geld und Gewerkschaft sind gute Kollegen
Und sinnlose Streiks der Beleg Knochenfabrik
wofür brauchen wir den?
Das Gefängnis ist, dass die Meisten ahnen, dass sie mit diesem Ziel für weniger Wohlstand kämpfen. Warum bei Deutschland aufhören und nicht die Welt gerecht machen? Wenn man dann aber alle Rohstoffe auf alle Menschen verteilt, werden die meisten Europäer etwas abgeben müssen.
Damit es fuktioniert, muss man Wege finden, mit weniger ein erfüllenderes Leben zu schaffen. D.h. vor der Vermögenssteuer braucht man Gemeinschaften, in denen die Menschen mit dem künftigen Durchschnitt so glücklich sind, das andere auch so leben wollen. Ich denke das erfordert einige gesellschaftliche Innovationen.
Globaler Öko Altruismus? Würde sagen davon sind wir als Menschen mindestens eine Alieninvasion entfernt.
Wie sollen denn diese Glucklichkeitsgemeinschaften funktionieren? Vor allem wenn nebenher noch Überreiche existieren sollen?
Mir erscheint eine Vermögenssteuer irgendwie einfacher als, was auch immer der andere Vorschlag ist, um einen großen Schritt in gerechtere Verteilung der Ressourcen zu machen. Zumindest in Deutschland.
Mir erscheint eine Vermögenssteuer irgendwie einfacher als,
Ist es. Eigentlich supereinfach. Eine Partei macht es zum Wahlprogramm und bekommt die absolute Mehrheit. In 4 Jahren ist das umgesetzt.
Warum passiert das nicht?
Das politische System hat lange funktioniert denn der Hauptwählerschaft ging es immer besser. Vor allem besser als der Generation davor. Den Effekt gibt es nicht mehr, Bevölkerung unzufrieden. Jetzt scheint Populismus und Hass besser zu funktionieren.
Ist aber nur mein Eindruck, habe keine Evidenz für die Behauptung.
Das politische System hat lange funktioniert
Hat es leider nicht. Die DDR hat ein besseres Leben für die Westdeutschen erzwungen.
Nach der Wende ist die Produktivität stärker gestiegen als die Löhne. Das Leben wurde besser, es hätte aber besserer werden müssen.
Die Bevölkerung hat keine Vorbilder um erkennen zu können, was sie anders machen müsste.
https://www.pufendorf-gesellschaft.org/post/reallöhne-produktivität-und-sparen
naja also die lohnstagnation hat in westdeutschland schon 1970 begonnen, 20 jahre vor dem ende der DDR. dass also die ddr allein die guten lebensstandards im westen erzwungen hätte, kann dadurch nicht gehalten werden.
Ich befürchte ohne Suche ist dies mir Paywall, aber die Produktivität sank auch und die Löhne stagnierten entsprechend. Die Schere wie in den USA ging erst später auseinander.
also ich spüre bei vielen deiner kommentare schon eine sehr große depression die eher behindernd ist bei der verbesserung der welt als förderlich. du lässt eben perfekt den feind des guten sein. nur weil es keine perfekte lösung ist heißt das nicht dass es nicht gemacht werden sollte.
Ertappt. Hier liegt es aber nicht an mir. Warum sind die Deutschen gegen eine Vermögenssteuer? In einer Demokratie sollte eine progressive Vermögenssteuer ein Selbstläufer sein.
Klar denken viele, dass sie betroffen sind. Wenn man dann aber die Vermögensverhältnisse aufzeigt und klarstellt, dass das Gros der Steuer von Milliardären bezahlt wird, um die Akkumulation des Kapitals zu kompensieren, dann sollte die Mehrheit das im eigenen Interesse sofort unterstützen.
Persönlich denke ich, dass die Steuer ausgesetzt wurde, weil man die finanzielle Elite stärken wollte so dass deutsche Milliardäre ähnlich wie Musk in Zukunftstechnologien investieren. Ich finde das sogar richtig, da ich politisch gefällten Investitionsentscheidungen nicht traue. Inzwischen habe ich allerdings auch Zweifel, dass Millisrdäre nachhaltige Investitionen tätigen.
Im englischen Wikipedia gibt es eine Erklärung, die es in der Schärfe in der deutschen Version nicht gibt.
Marx acknowledges the petit bourgeoise, still, want to preserve the existing relations of property and cannot be revolutionary like the proletariat. …
Es ist nicht immer ganz einfach, die Gesellschaftsanalyse von Marx 1:1 auf die jetzigen Zustände zu übertragen, nicht weil ich Marx für Quatsch halte, sondern aber weil seit ihm 150 Jahre vergangen sind und er selber von Veränderungen im Prozess geredet hat. So ungleich der Kapitalismu heute ist, Marx beschreibt ja in seinen Werken auch anekdotisch Situationen, die heute völlig undenkbar sind. Ich erinnere mich da in die Passage wo er erzählte, wie ein Kind an der Maschine arbeiten muss und der Vater dabei das Kind füttert, weil es dafür keine Arbeitspause gibt.
Ich bin grad zu faul, es nochmal nachzuschlagen, aber in deiner zitierten Stelle geht Marx ja auch weiter und spricht davon, dass die petite bourgeoise gerade aus diesem Grund auch ihr eigener Untergang sein wird, weil sie von den Mitteln her eigentlich auf der Seite des Proletariats sein sollten, durch ihre bornierte Einstellung aber widerstandslos von den Kapitalisten aufgefressen werden.
Heute kenne ich viel mehr Leute, die bewusst weniger haben wollen, als sie könnten, mich eingeschlossen. Ich bin (war) selber studierter Ingenieur und lebe ziemlich minimalistisch, finde Autos doof, wenn es auch ohne geht, Hausbau ist mir eh zu kompliziert und die generelle Konsumkritik ist mehr oder weniger verinnerlicht. Im Vergleich hat mein Vater, der sein leben Lang ungelernter Buchhalter war, ein Haus, was sich heute niemand mehr leisten würde und alle 3 Jahre einen neuen SUV.
Natürlich sind mir gewisse Luxuriositäten auch wichtig - die beziehen sich aber mehr auf die Infrastruktur. Ich hätte gerne eine gute Gesundheitsversorgung, schöne Fahrradwege, gerne auch mal ein gutes aber bezahlbares Restaurant und kulturelle Angebote. Was soll ich mit mehr Geld, wenn ich es für nichts ausgeben kann, außer für Konsumgüter, die mich größtenteils nicht interessieren? Sicher gibts auch heute noch genug Yuppies, denen man die Seele wegnimmt, wenn sie ihre goldene Armbanduhr nicht mehr haben, aber es haben sich halt auch schon andere Bewegungen gebildet, die den Begriff Wohlstand auch aus anderen Perspektiven betrachten.
Was soll ich mit mehr Geld, wenn ich es für nichts ausgeben kann, außer für Konsumgüter, die mich größtenteils nicht interessieren? Sicher gibts auch heute noch genug Yuppies, denen man die Seele wegnimmt, wenn sie ihre goldene Armbanduhr nicht mehr haben, aber es haben sich halt auch schon andere Bewegungen gebildet, die den Begriff Wohlstand auch aus anderen Perspektiven betrachten.
also ich stimme deinem kommentar im allgemeinen zu; ich möchte nur anmerken, solche bewegungen, “die den begriff wohlstand auch aus anderen perspektiven betrachten”, hat es m.m.n. wahrscheinlich immer schon gegeben. also wenn du ins mittelalter blickst z.b. dann gab es auch mönche die halt freiwillig in armut gelebt haben, und konsumkritik ist sicher kein modernes phänomen sondern einfach eine lebenseinstellung gewisser leute, die halt zeitlos ist.
dass die petite bourgeoise gerade aus diesem Grund auch ihr eigener Untergang sein wird, weil sie von den Mitteln her eigentlich auf der Seite des Proletariats sein sollten, durch ihre bornierte Einstellung aber widerstandslos von den Kapitalisten aufgefressen werden.
Das Verschwinden der Mittelschicht, genau das passiert gerade.
Was soll ich mit mehr Geld, wenn ich es für nichts ausgeben kann,
Kapital kaufen, also Produktivvermögen, kontrollieren, damit etwas besseres passiert als was die Oberschicht plant.
gute Gesundheitsversorgung, schöne Fahrradwege, gerne auch mal ein gutes aber bezahlbares Restaurant und kulturelle Angebote
Wenn die Elite die Parteien nicht mehr kauft, sollte das möglich sein.
Kapital kaufen, also Produktivvermögen, kontrollieren, damit etwas besseres passiert als was die Oberschicht plant.
Dann spiel ich am Ende ja trotzdem deren Spiel mit. Ich würde gerne mit meinem Leben was anderes anfangen, als numbers go up auf Aktienwerte zu schauen. Da müssen meines Erachtens andere Lösungen her, als den guten Kapitalisten mit ganz viel Moral zu spielen.
als numbers go up auf Aktienwerte zu schauen. Da müssen meines Erachtens andere Lösungen her
Das denke ich auch. Genossenschaften finanzieren halte ich für die direkteste Möglichkeit, etwas zu verändern. Wenn die Zahlen nicht immer steigen müssen, kann man auch strategisch Genossenschaften finanzieren, die wichtige Projekte umsetzen.
Persönlich denke ich, dass die Steuer ausgesetzt wurde, weil man die finanzielle Elite stärken wollte so dass deutsche Milliardäre ähnlich wie Musk in Zukunftstechnologien investieren. Ich finde das sogar richtig, da ich politisch gefällten Investitionsentscheidungen nicht traue.
ja also das kann ich tatsächlich sogar sehr gut nachvollziehen.
- die aussetzung der vermögenssteuer hat m.m.n. mit dem zionismus zu tun. das ist eine sehr lange geschichte aber der zionismus hat nur am rande was mit dem nahen osten und dem staat israel zu tun. hauptsächlich ist der zionismus eine so um 1900 einsetzende bewegung, die versucht hat, die gesellschaft so zu transformieren, dass sie eben wegkommt von dieser schiene “arbeiterbewegung”. stattdessen sollte es ein paar weise personen an der spitze geben, die alle entscheidungen treffen sollten weil die wissen es eben am besten. dadurch wird dann auch die lohnstagnation seit 1970 erklärt, denn wenn die menschen mehr geld haben als sie brauchen, geben sie es aus. und das führt zu chaos und womöglich unbedachten entscheidungen. stattdessen hat man ganz gezielt das kapital an der spitze akkumuliert, in der hoffnung, dass es dadurch bei großen banken landet, die am besten wissen was zu tun ist weil die verwenden ja mathematik und statistik um tatsächlich nachzudenken und zukunftsweisende entscheidungen zu machen. das ist jedenfalls meine interpretation des zionismus.
ich denke aber, das ist zwar ein einfach gedachtes modell, aber nicht ganz richtig. denn wenn es die mathematischen fähigkeiten gibt, überhaupt aussagen über die weite zukunft zu machen und dementsprechend zu handeln, dann könnten diese fähigkeiten auch vom staat genutzt werden um entscheidungen zu treffen. also zum beispiel, die bank kann beraten aber der staat macht die entscheidungen samt z.b. finanzieller trägerschaft, was wahrscheinlich sogar besser ist weil der staat kann praktisch nicht pleite gehen. dadurch wird es dann auch möglich, deutlich aggressiver zu investieren. die chinesen machen das ja auch sehr ausführlich bei vielen technologiebereichen, z.b. solarzellen wurden 20 jahre lang heftigst subventioniert, damit sie kompetent werden. das würde eine westliche bank nie machen, weil sie einfach viel zu lange durchhalten müsste bevor sie positive ergebnisse sieht. der staat kann sich das leisten (wegen zentralbank, geld drucken, durch steuer gelder hineinleiten usw.)
in china funktioniert’s ja auch sehr gut. es muss nur gut gemacht werden, dann geht das auch. aber ich verstehe deine bedenken. in deutschland, staat, behörden, nee, lass mal eher. sagt zumindest die praktische erfahrung.
stattdessen sollte es ein paar weise personen an der spitze geben, die alle entscheidungen treffen sollten weil die wissen es eben am besten.
Das ist klassische Aristokratie und damit sind das konservative Werte. Zionismus wird nicht die Ursache sein.
jedenfalls, die vorgehensweise der letzten 200 jahre, dass unternehmen entscheidungen hauptsächlich aufgrund des kurzfristigen (max. 20 jahre) gewinns machen, so kann’s nicht weitergehen. wenn alle entscheidungen innerhalb von 20 jahren profitabel sein müssten, dann würde z.b. niemand sich darum kümmern, dass kinder anständig versorgt werden.
was wir brauchen ist eine art von leitfaden, egal wie du es nennen magst, die sicherstellt, dass wir so etwas wie einen plan für die sehr langfristige (min. 20 jahre) zukunft haben. das bedeutet eben auch, dass wir nicht nur 20 jahre in die zukunft blicken, sondern auch 100 oder 500 jahre. und dann die kurzfristigen entscheidungen in abhängigkeit von langfristigen zielen treffen.
das bedeutet eben aber, dass so ein leitfaden gemacht wird. das kann offensichtlich nur durch eine breite gesellschaftliche diskussion¹ geschehen, und genau dafür trete ich ein. wir brauchen so platformen wie lemmy, mit communities, posts, wo diskutiert werden kann, damit die menschheit ihre eigene zukunft einfach erfinden kann, durch diskussion.
[1]: und 100% sicherlich fix nicht von einer sogenannten “expertenkommission”. pah, ich spucke der expertenkommission ins gesicht. das sind nur wieder leute die sich wichtigmachen. wir brauchen eine breite gesellschaftliche diskussion.
was wir brauchen ist eine art von leitfaden, egal wie du es nennen magst, die sicherstellt, dass wir so etwas wie einen plan für die sehr langfristige (min. 20 jahre) zukunft haben.
Roboter, AI und Resourcenkriege machen das Planen fast unmöglich. Sicherheit kommt nur durch Verzicht auf Freiheit. Freiheit braucht man aber, um reagieren zu können.
Ich denke, der Leitfaden ergibt sich, wenn man Menschen mit Mitgefühl begegnet. D.h. jede Gemeinschaft kann ihn durch ihr tägliches Handeln entwickeln. Schwierig ist, eine Gemeinschaft zu finden, die das reflektiert macht.






